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Iriatherina

Wasserträger

  • »Iriatherina« ist der Autor dieses Themas

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1

Dienstag, 5. Januar 2010, 22:20

Was für einen Fisch habe ich? Die wissenschaftlichen Namen

"Wissenschaftliche Namen? Wozu soll ich mich mit diesem öden, trockenen Thema befassen, die deutschen Namen reichen doch!" wird sich mancher fragen. Nicht so ganz...

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Carl von Linné, der "Vater" der modernen Nomenklatur

Ein chinesischen Sprichwort sagt: "Der Beginn der Weisheit ist, die Dinge beim richigen Namen zu nennen."
Deutsche Namen sind nicht eindeutig. Regionale Unterschiede, Kosenamen für besonders beliebte Tiere und fantasievolle Händlernamen stiften oft Verwirrung. Andererseits werden, vor allem im Handel, nicht selten ganze Gattungen oder sogar völlig verschiedene Tiere mit ein und demselben Trivialnamen belegt. Und schließlich ermöglichen die wissenschaftlichen Namen verschiedensprachigen Tierhaltern, sich über ihre Schützlinge auszutauschen. Welcher englische Aquarianer könnte mit dem Wort "Antennenwels" etwas anfangen? Über einen "Ancistrus" kann er aber problemlos mitreden.

Warum aber zwei Namen? Reicht einer nicht aus?
Nein. Tiere im Allgemeinen werden gern nach Personen benannt, die mit ihrer Entdeckung zu tun haben oder geehrt werden sollen. So kann es leicht passieren, dass mehrere verschiedene Arten unterschiedlicher Gattungen nach derselben Person benannt werden, z.B. wurden Paracheirodon axelrodi (Roter Neon) und Sundadanio axelrodi (Axelrods Bärbling) zu Ehren von Dr. Herbert AXELROD benannt, ein US-amerikanischer Verleger, der ein engagierter Sponsor fischkundlicher Expeditionen ist. Auch bestimmte Eigenschaften liegen oft dem Artnamen zugrunde, wie bei Farlowella gracilis (Kleiner Nadelwels) und Melanotaenia gracilis (Zierlicher Regenbogenfisch).
Eingeführt wurde die sogenannte binäre Nomenklatur, also die Verwendung eines Sytems von lateinischen Gattungs- und Artnamen, im 18. Jahrhundert durch Carl von LINNÉ, einem schwedischen Naturwissenschaftler. Noch detaillierter nachzulesen ist das in diesem Wikipedia-Artikel: [link]

Gattung? Art? Familie? Wie jetzt?
Vereinfacht gesagt, bezeichnet die Art eine größere Gruppe von Individuen, die anatomisch gleich sind und sich untereinander erfolgreich paaren können (erfolgreich heißt, dass die Nachkommen wiederum fruchtbar sind und die gleichen artspezifischen Merkmale aufweisen wie die Eltern). Die Gattung fasst Arten zusammen, die einander ähnlich sind, sich aber nicht paaren können bzw. deren Kreuzungen unfruchtbar sind, wie Pferd und Esel. Ähnliche Gattungen wiederum werden in der Familie zusammengefasst, diese in Ordnungen, diese in Stämme und diese in Abteilungen innerhalb eines Reiches.
Das klingt jetzt ziemlich kompliziert. Veranschaulichen wir uns das anhand des Beispieles Corydoras aeneus (Metallpanzerwels):

Reich: Tiere
Abteilung: Vielzeller
Stamm: Chordatiere
Klasse: Fische
Ordnung: Welsartige (Siluriformes)
Familie: Panzerwelse (Callichthyidae)
Gattung: Corydoras
Art: aeneus (Metallpanzerwels)

Wenn man es ganz genau nehmen will, gibt es noch etliche Unterordnungen, Unterklassen und so weiter, je nachdem, wie detailliert und unter welchen Gesichtspunkten man die Tiere betrachtet. Je weiter man "nach oben" geht, desto allgemeiner werden die gemeinsamen Merkmale. Diese Tatsache ließ 100 Jahre nach Linné den englischen Forscher Charles DARWIN auf seine Theorie von der Entstehung der Arten durch Evolution und die Verwandtschaft durch Abstammung kommen.
In wissenschaftlichen Arbeiten wird hinter dem Artnamen auch der Autor und das Datum der Erstbeschreibung angegeben, also z.B. Glossolepis dorityi Allen, 2001. Manchmal steht der Name des Autors in Klammern, wie bei Melanotaenia affinis (Weber, 1908 ). Das bedeutet, dass die Beschreibung des Fisches unter einem anderen, heute ungültigen Artnamen erfolgte, der Autor aber weiterhin als Erstbeschreiber gilt.
Wird in einem Text mehrfach von der selben Gattung mit ihren unterschiedlichen Arten gesprochen, kann der Gattungsname der Einfachheit halber mit dem Anfangsbuchstaben abgekürzt werden -> "Xiphophorus helleri (Schwertträger) stellt an das Hälterungswasser ähnliche Anforderungen wie X. maculatus (Platy)"
Manchmal ist ein Fisch nicht genau bestimmbar oder noch nicht wissenschaftlich beschrieben. Dann wird nur der Name der Gattung, der die Art (wahrscheinlich) angehört, angegeben: Apistogramma sp.. Das bedeutet "Eine Art der Gattung Apistogramma". Ist von mehreren Arten die Rede, schreibt man z.B. Apistogramma spp..

Quellen
[link]
Wikipedia
"Blauaugen und Regenbogenfische", Hans J. MAYLAND, Dähne-Verlag, 2000
Bildquelle:

Das Bild basiert auf einem Bild aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist der Urheber des Bildes verfügbar. Direktlink zum Bild in der Wikipedia: [link]
Allerbeste Grüße
Angela



Junge Diamantregenbogenfische abzugeben (immer noch aktuell! August 2011).

Fischwunschliste :rolleyes: : 1. Filigranregenbogenfisch (Iriatherina werneri) 2. Gefleckter Zwergpanzerwels (Corydoras habrosus) 3. Galaxy-/Perlhuhnbärbling (Danio margaritatus) 4. Gabelschwanzblauauge (Pseudomugil furcatus)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Iriatherina« (10. Januar 2010, 17:23)


Schäfe

unregistriert

2

Dienstag, 5. Januar 2010, 22:31

Klasse Beitrag Angela!

Vielen Dank! :thumbsup:

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Unglückstierchen

unregistriert

3

Dienstag, 5. Januar 2010, 22:33

Interessanter Bericht Angela :thumbsup: danke dir!