Für den Aquarianer kaum zu glauben, aber es gibt eine "Alge des Jahres". Im Jahr 2010 ist es die Froschlaichalge. Diese Algen gehören zu den Rotalgen und sind den wenigsten Aquarianern bekannt, im Aquarium wachsen sie ausgesprochen selten.
Ihren Namen verdankt die Rotalge ihrem Aussehen: Sie wächst in relativ dicken, braunen Fäden, die auf den ersten Blick mit den Laichschnüren von Kröten verwechselt werden können. "So richtig hübsch wird Batrachospermum, wie diese Alge wissenschaftlich heißt, aber erst unter dem Mikroskop", schwärmt Dr. Johanna Knappe, Spezialistin für diese Algen an der Phillips-Universität in Marburg. Die Alge besteht aus einem Zentralfaden, an dem in regelmäßigen Abständen dicht gedrängte "Wirtel" wie fein gefiederte Blätter entspringen. Unter dem Mikroskop sieht sie aus wie eine Mini-Version der bekannten Aquarienpflanze Cabomba. Mit dem Auge betrachtet wirken diese Algen nur wie samtige Schnüre von einigen mm Durchmesser.
Froschlaichalgen sind Anzeiger für sauberes Wasser. Die Mitarbeiter der Wasserwirtschaftsämter nutzen diese Algen, um die Gewässergüte zu klassifizieren, falls sie sie finden und bestimmen können. Zur Bestimmung sind die Trichogynen, weibliche Empfängnisorgane, sehr wichtig, an sie docken männliche Geschlchtszellen an, freilich nur unter dem Mikroskop zu sehen.
Hauptsächlich kommen diese Algen in den Quellbächen der Mittelgebirge vor, dabei besiedeln sie oft Bereiche, die von Brücken abgeschattet werden, oft in leuchtenden Farben: blaugrün bis bräunlich, manchmal sogar leuchtend rot.
In der Aquaristik ist bisher nur eine Art bekannt, eine unbestimmte Batrachospermum-Art. Diese Algen wachsen sehr langsam und sind ortstreu, stellen also keine Probleme für den Aquarianer dar, sondern wirken oft sehr dekorativ.
Quellen:
Pressemeldung der Phillipps-Universität Marburg
www.aquamax.de