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Steffi

Wasserträger

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Freitag, 8. Januar 2010, 00:07

Meine Lebendfutterzuchten

1.Wasserflöhe:

Es gibt Zwei Arten, den Daphnia magna (große) und pulex
(kleine WF) und den Jap. Wasserfloh. Diese kann man
tümpeln oder auch selber züchten. Das züchten ist
nicht sehr schwer. Man benötigt ein mind. 10l Becken
(besser mehr, umso höher die Vermehrungsrate),
Ausströmer und etwa 10 Blasenschnecken oder
Posthornschnecken und einen Zuchtansatz Wasserflöhe
(auch die aus dem Laden oder getümpelte sind geeignet).
Apfelschnecken sind nicht geeignet, sowie TDS, diese
sterben nach ein paar Wochen.

Die Wassertemp. sollte 18 - 25°C betragen. Es sollte
abgestandenes (Aquarienwasser) oder Regenwasser sein. Die
Schnecken sollten regelmäßig gefüttert werden, damit
sie nicht sterben. Außerdem werden sie benötigt um das
Wasser sauber zu halten. Man braucht keine WW machen
(Außnahme: es beginnt unangenehm zu riechen), sondern
nur das verdunstete Wasser nachfüllen. Die Wasserflöhe
ernähren sich von dem Kot der Schnecken, sie können
aber auch mit Hefe, Spirulina oder Liquizell (da sie
Filtrierer sind) gefüttert werden. Bei der Zugabe von
Hefe sollte auf die Menge geachtet werden, da das Wasser
schnell umkippen kann und die Wasserflöhe sterben.

Dies passiert meist Anfängern, deshalb mit wenig
Hefemischung (Trockenhefe in Wasser auflösen und
reintröpfeln so das eine LEICHTE Trübung ensteht)
anfangen und dann steigern. Ich mache immer einen Tag
Pause zwischen den Hefezugaben, damit das Wasser nicht
umkippt. Es empfiehlt sich daher 2 Ansätze parallel
laufen zu lassen.

Aber auch die Fütterung nur der Schnecken hat sich bei
mir bewährt, wenn nicht sogar besser als mit der
Hefemischung. Wenn die Wasserflöhe sich ausreichend
vermehrt haben, dann können sie mit einem Teesieb
(Plaste) rausgeholt und verfüttert werden.


2.Artemia:

Kann in den Läden in vollendeter Größe erworben werden
oder man lässt die Nauplien
selber schlüpfen. Wobei es sich nicht lohnt
sie bis zur vollendeten Größe aufzuziehen. Sie sterben
meist nach 4-7 Tagen ab und die Ausbeute wäre sehr
gering. Dazu benötigt man ein Futter für die Artemia:
Liquizell oder Mikrozell oder Phytoplankton.

Sie sind ca. einen Millimeter groß und dafür für die
Verfütterung von Jungtieren geeignet, aber es gehen auch
ausgewachsene Tiere wie Salmler
oder Labyrinther an sie ran. Wenn man sie noch mit
Vitaminen anreichern will, kann man sie vorher eine halbe
Stunde in einer Vitaminlösung "planschen"
lassen (Vitamintropfen von Aldi) und sie dann ohne die
Vitaminlösung verfüttern.

Artemiazucht:

Was benötigt man an Zubehör?

- Mind. 1l Becken (gibt&rsquos kleine
aus Plastik für 4 Euro)
- Thermometer
- Sprudelstein mit Pumpe
- 2 kleine dünne Schläuche
- Ein Artemiasieb (oder feines Tee-Kaffeesieb)
- Messbecher und ein Gefäß (z.B. noch ein kleines
Becken oder Blumentopf)
- Artemiaeier und Salz (auch als Mix Artemix erhältich)
- Teelöffel

Wie wird`s gemacht?

In das 1l Becken füllt man Wasser von 24°C
(oder 27°C, dann schlüpfen sie schneller). Dann den
Sprudelstein an den Schlauch befestigen und das andere
Ende an die Pumpe. Den Sprudelstein an das Becken
befestigen und anstellen (auch ohne Sprudler schlüpfen
die Artemia). Dann tut man 2TL Artemiaeiersalzgemisch in
das Wasser (da muss man ein bisschen experimentieren, bis

man eine gute Schlupfrate erziehlt). In ca. 16-48h
schlüpfen die Artemia.


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Fütterung?

Wenn die Artemia geschlüpft sind, nimmt man
ein Gefäß (Blumentopf..) dort werden die Artemia per
Schlauch reingesaugt. Dieses Gefäß wird über dem
Artemiasieb (o. Teesieb) und dem 1L Becken geleert. Dann
befinden sich die Artemia in dem Sieb, da müssen sie
noch 2-3x mit lauwarmen Wasser abgespült werden, um sie
von dem Salz zu befreien.

Dann den Messbecher mit Wasser füllen und das Sieb mit
dem Artemia hinein stellen und
anschließend schnell ins Becken kippen (wenn
es zulangsam reingeschüttet wird, können noch ein paar
Artemia hängen bleiben. Das war`s, den Fischen
wirds schmecken.

3.Mikrowürmer:

Diese sind sehr leicht zu vermehren und benötigen auch
nur wenig Platz. Sie sind etwas kleiner als Artemia.
Allerdings sind sie reich an Fett und deshalb sollten sie
nur höchstens 2-3x wöchentlich verfüttert werden. Man
benötigt einen kleinen Plastebecher (z. B. von
Semmelmehl).

Dort füllt man Haferflocken 3 cm hoch auf (oder
Semmelmehl). Man vermischt dies mit Wasser und Hefe zu
einem zähflüssigen Brei. Und dann den Zuchtansatz
darunter mischen. Nach wenigen Tagen, meist auch schon am
nächsten Tag, kriechen 1000te von ihnen an dem Gefäß
nach oben.





Sie können dann
mit Watte oder einem Wattestäbchen abgestrichen und im
Wasser abgespült werden (von der Hefe befreien).
Dann durch ein Sieb geben, (ich benutze das gleiche wie
für die Artemia, wobei da ein paar verloren gehen. Man
kann auch eine Filtertüte benutzen) und ab ins
Becken. Wenn die Mikros weniger werden kann man mit Hefe
nachfüttern.




4.Essigälchen:

Sie sind etwas kleiner als Mikrowürmer.
Sie bewegen sich frei im Wasser und sind für die
Fütterung von Jungfischen, sowie von kleinen Welsarten
(wie C. pygmaeus, C. hastatus) geeignet.



Was benötigt man?

- 5% Apfelessig (oder anderen Obstessig)
- Zucker
- 1 Löffel
- 2 Flaschen (am besten mit schmalen Hals)
- Watte
- 2 Spritzen (50ml+10ml) + Schlauch
- Zuchtansatz Älchen

Wie wird´s gemacht?

Man füllt in Flasche 1 etwa 50% von
dem Apfelessig und 50% Wasser auf. Ca. 1-2 TL Zucker und
kräftig schütteln bis der Zucker sich auflöst. Nun
gibt man den Zuchtansatz in die Flasche, verschließt
diese mit etwas Watte, damit keine Fruchtfliegen
eindringen können.

Fütterung?

Dazu befestigt man an die Spritze 1 (50ml)
einen Schlauch (ca. 20cm lang) um die Älchen besser
abzusaugen. Zieht ein paarmal ab (die meisten sammeln
sich auf der Oberfläche) und füllt Flasche 2 bis 6cm
unter den Rand voll. Dann steckt man ein Stück Watte bis
1cm über den Füllungstand des Apfelessigs.

Nimm Spritze 2 (10ml, darf nicht in Kontakt mit Essig
kommen), die ebenfalls mit einem Schlauch (ca. 5cm lang)
befestigt wird, und füll diese mit Wasser auf. Das
Wasser gibt man oben auf die Watte bis 1cm unter den
Rand der Flasche. Nach ein paar Stunden (je nach Dicke
der Watte) sammeln sich die Älchen oben im sauberen und
essigfreien Wasser an und können mit der Spritze 2
abgesaugt und so verfüttert werden (im unteren Teil der
Flasche entsteht durch einen Unterdruck Sauerstoffmangel
wodurch die Älchen nach oben kriechen).




5.Enchyträen:

Sie sind ca. 2-3 cm lang, weiß und meist als Knoll
anzufinden. Sie werden auf Torf gezüchtet, aber in
Wasser zum Verkauf angeboten. Die Lebensdauer im Wasser
liegt zwischen 2-5 Tagen, je nach Frischwasserzufuhr.



Was benötigt man?

- Ein Gefäß das 10 cm hoch und ca. 30 cm
lang ist (auch Salatschalen und Dosen sind für den
kleinen Bedarf geeignet)
- Eine Glasscheibe (von kleinen Bilderrahmen)
- Pinzette
- Torferde (ohne Düngezusatz)
- Wasser (kl. Gießkanne)
- Haferflocken oder Enchyträenfutter
- Zuchansatz Enchyträen





Wie wirds gemacht?

Man füllt in das Gefäß bis 2cm unter den
rand Torferde. Hebt etwas Futter (Haferflocken oder
Enchyträenfutter) unter und feuchtet (man kann dazu eine
Gießkanne verwenden um es besser zu verteilen) den Torf
gut an. Dann gibt man den Zuchtansatz hinein und legt
oben eine Glasscheibe drauf. Wenn der Ansatz sich gut
entwickelt, findet man bald viele Eier vor (siehe
nächstes Bild).

Fütterung?

Wenn sich der Ansatz gut vermehrt hat, kann
man ein paar Enchyträen unter der Glasscheibe abnehmen,
im Wasser abspülen und verfüttern.





MFG Steffi

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Steffi« (8. Januar 2010, 00:23)


Aquaristik-Basti

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2

Freitag, 8. Januar 2010, 09:28

Da kann ich nur sagen, danke steffi :D. :thumbsup:

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Steffi

Wasserträger

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3

Freitag, 8. Januar 2010, 14:20

Hi Basti

Bitte gern geschehen.
Finde es ja immer schade das sich doch so wenig für die Lebendfutterzucht interessieren.
Hast du eigentlich ne Lebendfutterzucht? Wolltest doch auch mal damit beginnen, dächte mit Mikros? Habe ich das noch richtig in Erinnerung?

Demnächst kommt noch ein neuer Bericht hinzu über die Artemiazucht ohne das man die lästigen Eierschalen mit bei der Ernte/Ausbeute dabei hat.
MFG Steffi

Blacky

Moderator

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4

Freitag, 8. Januar 2010, 22:42

Super Tipp werde ich gern mal versuchen. Meine Lieblinge werden sich bedanken.....hehe
Dont feed the Trolls!
Viele Grüße (Thomas) der Blacky

8o

Unglückstierchen

unregistriert

5

Montag, 11. Januar 2010, 17:42

Hallo Steffi,

toller Bericht :thumbsup:

Ich hatte auch mal Enchyträen, damals für meine Zwergkrallenfrösche. Ich hatte so eine Styroporbox mit einem Substrat drin und einem kräftigen Enchyträen-Zuchtansatz in einem online shop erworben. Dazu hat dieser Shop auch spezielle Futtersticks verkauft. das einzige was mich ziemlich gestört hat, war das man immer haufenweise Milben mit drin hat und das absolut nicht vermeiden kann, sobald man futter rein tut sind auch Milben da die mitfressen. Ja und öfter mal anfeuchten musste man das Substrat.

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Schäfe

unregistriert

6

Samstag, 16. Januar 2010, 16:53

Hi,
der Bericht ist wirlich klasse. :thumbsup:
Lebendfutterzuchten sind auch nicht so sehr aufwendig, wenn man es richtig anpackt.
Ich hatte mal für meine Feuerbauchmolche eine Wasserflohzucht, die sich dann immer vom Schneckenkot und Spirulinapulver ernährt haben, dass ich ab und an zugegeben habe.
Außerdem habe ich auch mal ab und zu Artemia gezüchtet zum verfüttern. :)
Und Steffi hat mir mal einen Essiggälchen-Zuchtansatz gegeben. :thumbsup:

Steffi

Wasserträger

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7

Samstag, 16. Januar 2010, 17:37

Hallo Lara

Hast du die Esiigälchen noch?
MFG Steffi

Schäfe

unregistriert

8

Samstag, 16. Januar 2010, 17:39

Hi Steffi,
nein leider nicht mehr.

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Steffi

Wasserträger

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9

Samstag, 16. Januar 2010, 17:41

Hallo Lara

Na wenn du mal wieder welche brauchst schicke ich sie dir. Habe noch welche. Hatte ja mal 6Flaschen, aber
inzwischen sind es nur noch 2. Muss platz machen für die neuen die ich dann bald wieder neu starte....
MFG Steffi

Schäfe

unregistriert

10

Samstag, 16. Januar 2010, 17:50

Hi Steffi,
danke, dass ist sehr lieb von dir! Ich kann eigentlich immer Lebendfutter gebrauchen schon alleine wegen den Skalaren. :thumbsup: