Wer schon einmal Fischnachwuchs hatte, weiß, wie schwer es sein kann, den Winzlingen gehaltvolles Futter anzubieten, das klein genug ist. Dabei ist die Zucht von Mikrowürmchen sehr leicht, billig und ertragreich.
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Die Zucht von Mikros ist leicht, billig und ergiebig.
Ich züchte meine Mikros (lat.
Panagrellus redivivus) mit Schmelzflocken, Wasser und Trockenhefe in breiten Gläsern. In meinem Fall war da vorher Tomatensauce (alnatura) drin. Honiggläser sind ähnlich. Wichtig ist die breite Öffnung, um gut im Glas hantieren zu können und um eine große Substratoberfläche zu erreichen. Der Deckel ist wichtig, denn ohne Deckel verdunstet zu viel Feuchtigkeit und die Würmchen trocknen aus. Außerdem könnten Fliegen hineineiern
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Ich rühre also die Schmelzflocken mit Wasser und Hefe zu einem dicken Brei an. Weder zu trocken (darf nicht klumpen) noch zu feucht (die Würmer sind schlechte Schwimmer) Dieses Substrat kommt ca. 2cm hoch in das Glas. Darein rühre ich dann einen Teelöffel Impfansatz. Es empfiehlt sich, mehrere Gläser gleichzeitig laufen zu haben. Mir ist zwar noch nie ein Ansatz abgestorben, aber sicher ist sicher. Außerdem kann man so plötzlich steigender Nachfrage durch einen größeren Schwung Nachwuchs besser begegnen. Oder Mitaquarianern mal einen Ansatz abgeben
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Dass der frische Ansatz ein bisschen hochkommt, ist normal und schadet den Würmchen nicht.
Die Gläser sollten nicht zu kalt stehen, aber auch nicht allzu warm. Zimmertemperatur ist ausreichend. Die Würmchen fangen meist schon nach einem Tag an, am Glas hoch zu kriechen und können dort mit einem Löffel, einem Pinsel, dem Finger, einem Wattestäbchen oder was auch immer geerntet werden. Aus dem Substrat soll man wegen Bakterien/ der Hefe nicht entnehmen, vor allem bei empfindlichen/ jungen Fischen würde ich das Risiko nicht eingehen. Meinen erwachsenen Schwertträgern hat es aber bisher nicht geschadet, wenn mal ein bisschen Substrat mit reingekommen ist.
Es gibt Anleitungen im Netz, die mit Milch, Kondensmilch oder ähnlichem arbeiten. Ich selber habe das noch nicht ausprobiert, meine Ansätze sind auch so produktiv genug. Selbst den Zucker, den ich anfangs noch prisenweise benutzt habe lass ich inzwischen weg. Meine Ansätze riechen kaum. Nur wenn ich den Deckel zur Ernte abnehme, rieche ich einen schwachen Geruch nach Bäckerei bei ganz frischen Ansätzen und einen leicht säuerlichen Geruch bei älteren Ansätzen. Ich hatte auch noch nie Milben, Fliegenmaden oder sonstiges Zeugs in meinen Ansätzen.
Mit frischer Hefe habe ich weniger gute Erfahrungen gemacht. Sie ist zu aktiv und blubbert mehr als sie Nahrung für die Würmer ist. Außerdem braucht man ja immer nur ein kleines Fitzelchen, die restliche Hefe wird dann im Kühlschrank schlecht, wenn man sie nicht verbäckt. Trockenhefe lässt sich einfacher dosieren und länger lagern. Die billige von Aldi langt völlig.
Achtung: Würmer sind sehr eiweißhaltig und daher als Alleinfutter über einen längeren Zeitraum nicht geeignet.
Wenn noch Fragen, Anregungen oder Ergänzungen sind, schreibt mich ruhig an.
Ergänzung 08.06.09: Einen Ansatz mit nachlassendem Ertrag braucht man nicht sofort ganz neu aufsetzen. Ein paar Krümel Trockenhefe bringen binnen weniger Stunden buchstäbliche Berge von Würmchen hervor. Die Feuchtigkeit muss dabei aber kontrolliert werden, da die Hefe ja viel Wasser aufsaugt. Ggf. tropfe ich ein bisschen AQ-Wasser rein. Experimentieren ist angesagt, um das richtige Gefühl zu bekommen. Keine Angst, die Würmchen nehmen so schnell nichts übel. Für den Notfall wie oben erwähnt immer ein Glas in Reserve laufen haben.
Um die Verbreitung der Würmer zu vereinfachen, übernehme ich die Methode von Harro Hieronimus: Wer einen Ansatz möchte, schicke mir einfach einen gewöhnlichen Briefumschlag mit Briefmarken im Wert von 2,20€ für Porto und Ansatz (unbenutzt drin, nicht aufgeklebt!) und der Antwortadresse. Ich schicke dann möglichst zeitnah den Impfansatz. Bei extrem niedrigen oder hohen Temperaturen kann es sich etwas verzögern. Ihr bekommt dann ein Tütchen mit einer Portion Würmchen in Nährbrei, das spült ihr dann einfachmit Wasser in ein vorbereitetes Glas mit eher zu trockenem Nährbrei und rührt um. Ggf. noch weiter Wasser zugeben, bis die richtige Konstistenz erreicht ist.
Adresse: Angela Gjylhasani; Goethestraße 25; 99310 Arnstadt
Bildquelle: ich